Geschichte des Bergwerks

 

Zwischen Niedermöllrich und Cappel gab es ein Bergwerk. Bereits 1867 wurde das kleine Bergwerk als Holzhäuser Grube III vermerkt. Gefördert wurde dort allerdings nicht viel. Offenbar ging es den Betreibern zunächst nur darum, das Erzvorkommen zu sichern.


Erst im Zweiten Weltkrieg änderten sich die Vorzeichen. Die Nationalsozialisten wollten Deutschland unabhängig von anderen Ländern machen. So wurde versucht, auch noch den letzten Rest an Rohstoffen aus dem Boden zu holen.


Es wurde Eisenerz aus dem Stollen geholt, der direkt am Ufer der Eder beginnt. Von 1939 an lief der Betrieb drei oder vier Jahre. Ein Lokschuppen, eine Verladerampe, ein Wetter- und ein Förderschacht gehörten unter anderem zu der Anlage. Später diente der Tunnel den Niedermöllrichern als Schutz vor Bombenangriffen.


Der Stollen heute: Eine Gruppe aus dem Dorf dafür gesorgt, dass Teile des alten Stollens wieder zugänglich sind. Ein Stollen verschließt jetzt ein Tor mit der bergmännischen Aufschrift „Glück auf!“. In der Regel wird es verschlossen sein. Durch die Sitzbänke vor dem Eingang kann der Stollen dennoch zu einem interessanten Ausflugspunkt an der idyllischen Eder werden.
 

Eisenverhüttung und -erzabbau in Holzhausen, Mardorf, Niedermöllrich

 

1567 ... wird in Mardorf ein Eisenhammer erwähnt
1686 ... wurde eine Eisenhütte in Mardorf erwähnt, die neben Erzen aus dem Kellerwald durch die Eisengrube Mardorf bedient wurde
1700 ... ist die Eisenverhüttung in Holzhausen nachgewiesen
1737 ... wird die Eisengießerei von Mardorf nach Holzhausen verlegt
1867 ... wird die Holzhäuser Grube III in Niedermöllrich erwähnt
1873 ... übernimmt der Warsteiner Gruben- und Hüttenverein AG die Eisengießerei in Holzhausen
1881 ... wird der Hochofenbetrieb in Holzhausen eingestellt
1937 ... wird die Grube Mardorf durch die Warsteiner und Herzoglich Schleswig-Holsteinische Eisenwerke AG wieder in Betrieb genommen
1939 ... wird die Grube Niedermöllrich (Holzhäuser Grube III) durch die Nationalsozialisten in Betrieb  genommen
1942 ... übernimmt die Buderus AG von der Warsteiner und Herzoglich Schleswig-Holsteinische Eisenwerke AG die wieder in Betrieb genommene Grube Mardorf
1943 ... wird der Betrieb der Holzhäuser Grube III (Niedermöllrich) eingestellt
1946 ... wird die Gießerei Holzhausen wieder in Betrieb genommen
1949 ... wird durch die Buderus AG eine neue Aufbereitungsanlage in Mardorf in Betrieb genommen
1954 ... wird die Grube Mardorf Wegen Abbauschwierigkeiten geschlossen
1967 ... wird die Gießerei in Holzhausen durch die Warsteiner Eisenwerke AG endgültig stillgelegt
199? ... wird die Gießerei in Holzhausen abgerissen


Quellen:

 

http://www.boelling.de/homberg/bilderbuch/infos/infos_orte_eisenwerk.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Mardorf_(Homberg)
http://www.homberg-efze.eu/stadt-stadtteile/stadtteile/mardorf/
http://tinyurl.com/2fce9jz
http://wapedia.mobi/de/Mardorf_(Homberg)
http://tinyurl.com/28dwza6
http://warstein.plbg.de/firmen/wilhelmshuette.htm
http://beihilfe.rp-kassel.de/static/themen/naturschutz/lrp2000/bestand/a_7/a7_522/tab18/tab18.htm
http://regiowiki.hna.de/Wussten_Sie_schon,_dass..._Wabern
http://www.buderus.de/sixcms/media.php/2625/NiederhessenGeologie1.pdf
http://www.buderus.de/Ueber_uns/Unternehmen/Historie/Historisches_Bildarchiv/Bergbau/Niederhessen/Mardorf-2381758.html
http://www.buderus.de/Ueber_uns/Unternehmen/Historie/Historisches_Bildarchiv/Bergbau/Niederhessen-2381712.html

 

Giesecke, Bruno Th. (1858): Analysen des Bohnerzes von Mardorf und des daraus gewonnenen Roheisens. – Diss. phil. Univ. Göttingen 1858, 30 S.; (Giesecke & Devrient) Leipzig [Geochemie]

 

Giesecke, Bruno Th. (1858): Analysen des Bohnerzes von Mardorf in Kurhessen, und des daraus auf der Homberger Eisenhütte gewonnenen Roheisens – nebst einleitenden Bemerkungen über das Mardorfer Bohnerzlager v. J. F. L. Hausmann. – Studien Göttingischen Vereins Bergmänn. Freunde, 7(2): 113-138; Göttingen

 
Über den Eisenerzbergbau und über die Eisenhütten und Eisenhämmer bei Homberg, Hebel, Holzhausen, Mosenberg u.a. gibt es viele Beiträge (40 Quellen im Archiv des Verfassers), aber eigentlich nur sehr wenige Zeugnisse. Der Eisenerzbergbau „Grube Mardorf“ und Grube Hebel werden bereits von WINKELMANN (1697) und CANCRINUS (1767) rühmlich erwähnt. Eisenerz wurde aber auch bei Holzhausen, Mühlhausen, Caßdorf und Lendorf, bei Gudensberg und bei Gombeth abgebaut. Ab 1590 bis um 1737 ist nur wohl sporadisch Eisenerz um Homberg geschürft, ab 1737-1881 und von 1939-1954 Erz (Bohnerz, Mittleres Eozän, 44 Millionen Jahre; STECKHAN, 1952) abgebaut worden. Eine Erzwäsche gab es für die Grube Hebel unmittelbar an der Efze, die Grube Mardorf hatte einen Sammelteich als Erzwäsche. Erzwäschen waren bei diesen Erzen in früheren Zeiten notwendig.
 
Was ist von der „Grube Mardorf“ sichtbar geblieben? Ein Bergbaurelikt, eigentlich ein Bergbaudenkmal, nahe der B254 bei Hebel. Ein gewaltiger Betonpfeiler der 1946/47 errichteten Seilbahn von der Grube zum Haltepunkt in Singlis, der Bahnverladestation. Dieser Pfeiler ist der erhaltene von zwei Betonpfeilern, alle anderen waren Holz/Stahlbau-Konstruktion. Die Entladestation in Singlis wurde 1973 abgebrochen (HAUS, 1986). Vor der Seilbahn wurde das Erz mit Kraftwagen zum Bahnhof in Wabern gefahren. Bekannter sind aber wohl die unvollendeten Tagesanlagen der „Grube Mardorf“ am Mosenberg. Dort wurde 1944 zum Zweck der Erzförderung mit dem Abteufen des Falkenberg-Schachtes begonnen. Wegen zahlreicher Schwimmsandeinbrüche blieben die Arbeiten unvollendet. Von dem bekannten Darmstädter Architekten PINAND seit 1944 die Konzeption dazu, entworfen und 1947 mit dem Bau begonnen (von PINAND auch die Entladestation Singlis), aber wegen ungewissen Zukunftsaussichten wurden die Bauarbeiten an der wehrhaft aussehenden Anlage 1949 eingestellt. Von 1959-2005 Jugendherberge Mosenberg, heute wird der Bau im Sozialbereich genutzt.

 

Quelle: http://naumann-geologie.de.tl

 

Eisenerzbergbau in Hessen

 

Dieses Buch will den hessischen Eisenerzbergbau in seiner gesamten Entwicklung, seiner einstigen Bedeutung und seinem späteren Niedergang dokumentieren. Hierbei sollen sowohl allgemeinverständliche als auch fachlich fundierte Informationen vermittelt werden - in jedem Falle aber soll die Aussagekraft des Bildes im Vordergrund stehen.
Rolf Georg, Rainer Haus, Karsten Porezag
 

Eisenerzbergbau in Hessen
 

Historische Fotodokumente mit Erläuterungen (1870 – 1983)

Gebundene Ausgabe, 500 Seiten
2. Auflage, Eigenverlag Förderverein Besucherbergwerk Fortuna e. V., Wetzlar 1986 ISBN: 3-925619-01-1